Geplante Vorhaben

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Das Dialogdorf – Modellprojekt für eine nachhaltige kommunale Entwicklung

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Im Dialogdorf-Projekt wird ein kommunaler Entwicklungsprozess angestrebt, der auf die Neugestaltung der Lebenskultur und damit verbundener Dorfstrukturen und ihrer gesellschaftlichen Kontexte in sämtlichen Bereichen des alltäglichen Lebens abzielt. Soziale Innovationen und ein kultureller Wandel mit ausreichend Freiräumen zur persönlichen Entfaltung und dem Erwerb für neue Kompetenzen stehen dabei im Vordergrund.

Im Dialogdorf sollen letztlich alle Aspekte des Alltags zum Thema gemacht werden: Begegnung, Energie, Konsum, Landwirtschaft, Ernährung, Wohnen, Mobilität etc. Es geht dabei in jedem Entwicklungsschritt immer auch darum “Wie macht man das? Geht es überhaupt? Was kann man sich einfallen lassen?” Die Bürgerinnen und Bürger sollen in vielen einzelnen Projekten, Veranstaltungen und Initiativen neue Wege für eine nachhaltigkeitsorientierte Kommunalentwicklung finden und ausprobieren. Anregung und Inspiration sollen dafür auch bereits andere bewährte Projekte, Initiativen und Regionen sein.

Für die Gestaltung des kommunalen Entwicklungsprozesses wird eine breite Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der lokalen Funktionsträger angestrebt. Die Ortsansässigen müssen die Möglichkeit erhalten, auf verbindliche, Einfluss nehmende und transparente Weise die Entwicklung ihres Dorfes mit ihrem Wissen, ihren Sichtweisen, Erfahrungen und Kenntnissen mitzugestalten und darin bestärkt werden. Die vorgesehenen Strukturen innerhalb des Dialogdorfes dienen auf verschiedenen Ebenen der Steuerung und Reflexion des Gesamtentwicklungsprozesses sowie der Meinungsbildung, des Informationsaustausches, der Begegnung und der Realisierung von Einzelprojekten.

Der besondere Fokus des Projektes liegt auf einem existentiell konzipierten Dialogkonzept. Der Dialog soll die beteiligten Menschen zueinander in eine sich gegenseitig achtende und inspirierende Beziehung bringen. Unter Dialog wird eine intensive Begegnungsform verstanden, in der sich die Beteiligten in einer wertschätzenden, vernunftorientierten und empathischen Grundhaltung um ein gegenseitiges Verstehen bemühen. Mit diesem Ansatz soll der gesellschaftliche Dialog zwischen den Menschen im Dorf in vielen Zusammenhängen und allerorten in Gestalt einer auch methodisierten Dialogpraxis angeregt werden. Der Dialog ist hierbei nicht nur eine gedeihliche zwischenmenschliche Begegnungsform. Er dient auch als inspirierende, kreative und innovativ wirkende Kraft zu “neuem Denken” und zum Finden und Erkennen neuer Wege zur Gestaltung der eigenen kommunalen Entwicklung.

Um eine breite Bürgerbeteiligung sicher zu stellen sollen intensive Partizipationsformen realisiert und entwickelt werden. Ein vielschichtiges Reflexionssystem aus unterschiedlichen, miteinander verknüpften Gremien und Gruppen fördert den dorfweiten Gedankenaustausch und Meinungsbildungsprozess über eine wünschenswerte nachhaltigkeitsorientierte Entwicklung, die auf diese Weise zu einer organisierten öffentlichen Angelegenheit des ganzen Dorfes wird. Verbunden mit einer partizipativen nachhaltigen Kommunalentwicklung ist die, Chance, dass dies für die Bürgerinnen und Bürger ein Freude bereitendes, inspirierendes und sinnstiftendes Vorhaben wird.

Zur methodischen Unterstützung der Planungsprozesse im Dorf wird das Konzept der diaphanen Planung herangezogen. Es soll den Blick öffnen für weite Horizonte und Phantasie und dabei helfen, Möglichkeitspotenziale zu entdecken und Utopien auszuspinnen. Dies wird verknüpft mit tiefgehenden Fragen nach dem “Warum” und “Wozu”.

Das Dialogdorf soll Modellcharakter haben für die Gestaltung einer nachhaltigkeitsorientierten kommunalen Entwicklung. Die Übertragbarkeit auf andere Kommunen (zum Beispiel auf die Stadt Göttingen) soll noch während der Projektlaufzeit gewährleistet und vorgenommen werden.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Walter Girschner, Claus Kannwischer

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Masterstudiengang Nachhaltigkeitswissenschaft

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Der Begriff der Nachhaltigkeit ist in Politik und Kultur, in Wirtschaft und Gesellschaft zu einem verbreiteten Schlagwort geworden. Entsprechend dem konzeptionellen Ankerpunkt des IZNE verbinden wir damit vor allem komplexe Fragen sowohl nach den zwischenmenschlichen Beziehungen sowie der Beziehungen zwischen Mensch und Gesellschaft als auch zwischen Mensch und Natur. Dabei kommt der Suffizienz als Gestaltung der Lebenskultur eine entscheidende Bedeutung zu.

Die Lösung derzeitiger und zukünftiger Probleme setzt ein inter- und transdisziplinäres Denken in Zusammenhängen voraus, das sich des Wertes und der Begrenztheit der natürlichen wie gesellschaftlichen Ressourcen bewusst ist. Das Management von Nachhaltigkeitsprozessen ist zu einem  Handlungsfeld von Unternehmen (zum Beispiel Econsense, World Business Council of Sustainable Development), politischen Institutionen (zum Beispiel der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung) und Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs, zum Beispiel World Future Council) geworden. Diesem Wandel in der Gesellschaft liegt die Einsicht zugrunde, dass nur eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Politik mittel- und langfristig das Überleben der Gesellschaft als Ganzes wie auch deren einzelner Akteure, der Wirtschaftsunternehmen und der verschiedenen Institutionen sichern kann. Die große Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft, in der Werte wie Humanität, demokratische Mitbestimmung, Achtung des Lebendigen sowie ein schonender Umgang mit unserer Mitwelt vertreten werden, verlangt nach strategischer wie operativer Ausrichtung aller die Nachhaltigkeit betreffenden Maßnahmen und Prozesse.

Das deutsche Hochschulwesen bietet bislang kaum systematische Qualifizierungsmöglichkeiten im Bereich der Nachhaltigkeitswissenschaft in der erforderlichen Breite und Tiefe an. Erste Ansätze, die primär ökonomisch orientiert sind, finden sich an den Universitäten Lüneburg und Oldenburg. Die bislang im Nachhaltigkeitsmanagement von deutschen Großunternehmen tätigen Personen haben sich als Autodidakten für diese Positionen qualifiziert. Eine 2008 durchgeführte eigene Interviewstudie mit diesem Personenkreis hat den dringenden Bedarf einer solchen Ausbildung bestätigt.

Der geplante Masterstudiengang wird mit seiner inhaltlichen Breite, die von den natur-, gesellschafts- und sozialwissenschaftlichen Grundlagen über die ethischen Begründungsmuster bis hin zu Anwendungsfertigkeiten wie Netzwerkbildung reicht, ein komplementäres Angebot in der deutschen Hochschullandschaft liefern, welches die Universität an einem Brennpunkt der gesellschaftlichen Entwicklung verstärkt. Zudem wird sich die Gestaltung der Lehre an einer neuen Lehr- und Lernkultur orientieren.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Peter Schmuck

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Freiräume für neues Denken – eine neue Lern- und Lehrkultur in der Universität

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Vor dem Hintergrund der drängenden gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen braucht unsere Gesellschaft eine Neuorientierung des Denkens und Handelns am Paradigma eines vertieften Nachhaltigkeitsverständnisses.

Die Universität als Ort der Erkenntnisgewinnung und Wissensvermittlung kann dazu einen zentralen Beitrag leisten. Das IZNE hat in Kooperation mit dem Institut für  Soziologie aktiv langjährige Erprobungen von Lehr- und Lernformen betrieben, die sich an einem vertieften Verständnis von Nachhaltigkeit orientieren. Dabei wurde im Laufe der Jahre ein werkstattförmiges  Lehrveranstaltungskonzept entwickelt, von dem bereits viele Studierende profitiert haben, die nun reflektiert und eigenmotiviert gesellschaftliche Kontexte hinterfragen, nach Lösungsansätzen suchen und  diese mit viel Engagement umsetzen. Unsere Erfahrungen im IZNE deuten darauf hin, dass eigenverantwortlich handelnde Menschen mit hoher Analyse- und Interaktionsfähigkeit sowie einer  empathisch-reflektierenden Haltung besser in der Lage sind, auch komplexe Veränderungen in der Gesellschaft im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung aktiv und flexibel zu gestalten.

Neben der Forschung sollten also insbesondere die Rahmenbedingungen des Studiums wie auch die konkrete Studiersituation neu gestaltet werden, indem in der Lern- und Lehrpraxis gezielt Freiräume und Anreize für ein qualitativ neues, nachhaltigkeitsorientiertes Denken geschaffen werden. Freiräume, in denen die Studierenden ein geistiges und soziales Umfeld vorfinden, um ein verantwortungsvolles wissenschaftliches und gesellschaftliches Bewusstsein und Selbstverständnis zu entwickeln.

Aus unseren Erfahrungen im IZNE gehören zu einer solchen Lern- und Lehrkultur Interdisziplinarität und forschungsorientiertes Lernen, vieldimensionale Erkenntnisweisen und systemisches Denken, Diskurs- und Kooperationsfähigkeit, Achtsamkeit und Feedback-Kultur, Konfliktfähigkeit und Ambiguitätstoleranz, eine geschickte Balanceaus Phantasie und Pragmatismus sowie die Integration von Wert- und Warum-Fragen und eine kritisch-reflektierende Grundhaltung.

Dies gelingt am ehesten, wenn Studierende und Lehrende die Gelegenheit und Muße erhalten, sich auf einen ernsthaften wie inspirierenden Dialog, das heißt auf eine Grundhaltung wechselseitiger Akzeptanz, Wertschätzung und Empathie, einzulassen. Ebenso wichtig sind Freiräume, in denen das Studium als subjektiv sinnvolle Tätigkeit, als selbstbestimmt emanzipatorischer Prozess erlebt werden kann, in der alle Beteiligten ihre persönlichen Potenziale einbringen und entfalten können.

Der Prozess des Lernens wird damit in seiner Bedeutung genauso gewichtet wie das Lernziel selbst. Dafür sind Rahmenbedingungen notwendig, zu denen zum Beispiel ausreichend Zeit und flexible Raumkonzepte, vielschichtige, miteinander kombinierte Arbeits- und Aktivitätsformen gehören. Sie sind verbunden mit dialogischen Kommunikationsweisen, Wahrnehmungs- und  Erfahrungsübungen, spielerischen und kreativ-musischen Aktivitäten sowie Bewegungselementen. Diese bieten vielfältige Anknüpfungspunkte zu sinnstiftendem Lernen und Lehren und sind zugleich ein Übungsfeld für universelle Nachhaltigkeitskompetenzen, mit denen den komplexen Herausforderungen von heute und morgen begegnet werden kann.

Die Integration eines solchen Lehr- und Lernkulturmodells könnte den Status der Georgia Augusta als exzellente Lehr- und Forschungseinrichtung festigen und zugleich um ein wichtiges Element für eine zukunftsfähige gesellschaftliche Entwicklung erweitern. Damit könnte die Universität Göttingen eine Vorreiterrolle in der Lehrexzellenz übernehmen. Das IZNE verfügt über praktische Erfahrungen in der Gestaltung dieser neuen Lern- und Lehrkultur.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Walter Girschner, Wiebke Girschner & Claus Kannwischer

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Letzte Aktualisierung: 23.10.2013

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